Dysplasiesprechstunde

Mit Einführung des Krebsvorsorgeprogrammes 1971 zur Früherkennung der Krebserkrankungen der weiblichen Genitale und der Brust hat sich die Anzahl der Gebärmutterhalskrebserkrankungen von ehemals 40.000 pro Jahr auf 4.000 pro Jahr in Deutschland gesenkt.

Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Frau ist die „Mutter“ aller Krebsfrüherkennungsprogramme, da die Erkennungsrate von Veränderungen am Gebärmutterhals bzw. der Vorstufen zur Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses sehr gut ist, die Untersuchung immer wieder wiederholt werden kann, einfach durchzuführen ist und ohne medizinische Risiken bzw. Strahlenbelastung durchzuführen ist.

Bei der Abstrichentnahme vom Gebärmutterhals werden Zellen auf einen Objektträger aufgetragen und nach Fixierung durch Spezialisten ausgewertet. Die Einteilung der Ergebnisse erfolgt nach der Münchner Nomenklatur III in unauffällige Abstriche (PAP I), unauffällige Abstriche, die aber wegen Vorbelastung wiederholt werden müssen (PAP II), auffällige Abstriche, die einer Kontrolluntersuchung bedürfen (PAP III), sehr auffällige Abstriche mit Operationsbedarf (PAP IV) und Abstrichen bei einer Krebserkrankung des Gebärmutterhalses (PAP V). 

Bereits 1925 wurde ein weiteres Verfahren von Prof. Dr. Hans Hinselmann erstmals beschrieben, nämlich eine lupenoptische Untersuchung von Gebärmutterhals, Scheide und Scheideneingang.

Um die Rate von unnötigen operativen Eingriffen einerseits und die verständlichen Ängste, die sich aufgrund eines krankhaften Abstriches vom Gebärmutterhals bei den betroffenen Frauen ergeben, kann die Kolposkopie als Differentialkolposkopie zur Unterscheidung unbedenklicher und bedenklicher Befunde eingesetzt werden. bau
Zur besseren Unterscheidung betupft man den Gebärmutterhals bzw. Stellen in der Scheide bzw. Scheideneingang mit Essigsäure in der Kenntnis, dass auffällige und möglicherweise krankhaftes Gewebe spezifische Essigsäurereaktionen zeigen. Je nach Befund kann es angebracht sein aus diesen differentialkolposkopisch auffälligen Bezirken ohne großen Aufwand Proben für histologische Untersuchungen zu entnehmen.

Gerne können Sie sich bei einem auffälligen Befund im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung des Gebärmutterhalses sich in meiner Spezialsprechstunde (Dysplasiesprechstunde) einen Termin geben lassen. 
Bitte bringen Sie alle Untersuchungsergebnisse der Abstriche der letzten Zeit (zytologische Abstriche, HPV-Laborergebnisse, evtl. Berichte von früher durchgeführten Operationen und Eingriffen am Gebärmutterhals) mit.